Dienstag, 3. Februar 2015

Umbau eines Quadrocopters - Blade 200 QX in Rakonheli CFK-Frame

Ups! Was kommt denn nun? Heute gibt es mal was komplett anderes. Dieser Beitrag hat vordergründig nichts mit Fotografie zu tun, auch wenn es viele Bilder zu sehen gibt. Hier geht es um ein wahrscheinlich neues Hobby von mir: Modellbau und Modellflug im Speziellen. Modellhubschrauber fand ich schon als Kind faszinierend. Als ich dann vor Kurzem einen einfachen Hubschrauber geschenkt bekommen habe, ist diese Sache nach Jahrzehnten wieder aufgeflammt.

Nach dem ich mir dann einen sehr kleinen Quadrocopter (nennen Unkundige auch "Drohne") gekauft habe und kurz danach einen etwas größeren, mit dem man auch eine Action-Kamera in die Luft bringen kann, war der Damm gebrochen. Gebrochen war leider nach dem ersten Flug mit meinem Kameraträger-Quadrocopter Blade 200 QX auch das Gehäuse ;( Tja, Modellflug ist halt so eine Sache. Die Sachen gehen schnell kaputt, wenn sie vom Himmel fallen oder auch nur unsanft "landen".

Blade 200 QX mit Kamera links, Tuning-Ersatzrahmen von Rakonheli rechts
Hier sieht man links den Flieger um den es hier geht. Das Teil ist eher klein. Es passt locker auf einen Suppenteller und wiegt mit allem drin und dran weniger als 200 Gramm. Die Bezeichnung Drohne, wie sie in letzter Zeit öfter mal in den Medien zu hören und lesen ist, ist übrigens aus meiner Sicht unschön. Dieser Begriff erinnert eher an militärische Geräte, die vollautomatisch oder vom Boden aus "gelenkt" ihr Ziel anfliegen. So ein Quadrocopter ist einfach nur ein Spielzeug...oder sogar Sportgerät, wie auch ferngesteurte Flugzeuge oder Helikopter. Ungefährlich ist so ein Gerät trotzdem nicht, weswegen es auch eher was für Erwachsene ist. Das Prinzip gleicht ein wenig einem Helikopter. Das Teil wird nur durch den Schub der Propeller in der Luft gehalten und hat keine Segeleigenschaften wie ein Flugzeug. Geht auch nur ein Motor aus, stürzt so ein Gerät sofort ab, wie ein Heli auch. Man kann diese Fluggeräte auch als Multikopter bezeichnen, da es neben der Form mit 4 Propellern auch welche mit 3, 6, 8 oder mehr gibt.

Da man an so einem Quadro sehr gut eine Kamera anbringen kann, hat mich diese Art von Copter sehr interessiert. Daher habe ich diesen gerade noch ausreichend starken Quadro gekauft und dazu eine Mobius-Action-Kamera, die gewichtsmäßig noch passt. Mein erster Testflug war allerdings eine mittlere Katastrophe.

Luftaufnahme mit Mobius-Kamera bei schlechtem Licht
Schon beim ersten Flug habe ich das Teil in einen Apfelbaum gesteuert. Er blieb dann dort hängen und ich musste ihn wie einen reifen Apfel herunterschütteln. Dabei oder auch schon davor ist das Gehäuse leider angebrochen. Also musste das repariert werden. Leider kann man diesen Kunststoffkram nicht wirklich wieder heilen, so dass ich zwei Möglichkeiten gesehen habe:
1) neues Gehäuse vom Hersteller
2) stabilieren Rahmen von Dritthersteller

Ich habe mich dann für den stabilieren Rahmen entschieden. Dieser ist aus Alu und CFK (Kohlefaserverstärkter Kunststoff). Darüber hinaus ist er eher ein Skelett und kein Gehäuse, was Vor- und Nachteile hat.


Da der 200 QX sehr klein ist, kam ich nicht mehr ohne eine Lupe aus. Die Schrauben sind teilweise winzig, so dass man eine ruhige Hand und Feinmechanikerwerkzeug braucht.


Das ist wirklich nichts für Grobmotoriker. Und vor dem Einbau der Innereien stand ja auch erstmal der Ausbau aus dem defekten Gehäuse.


Beim Zerlegen muss man sehr aufpassen nichts kaputt zu machen. Außerdem ist es bei den vier Motoren und Propellern nicht egal, wo was sitzt. Die Motoren und Propeller sind diagonal gegenläufig und vertauscht man da was, fliegt das Teil nur 1 Sekunde...nämlich auf den Rücken. Daher habe ich alle relevanten Teile vor dem Ausbau mit Schildchen nummeriert.



Nach dem man ein paar Schrauben gelöst hat, kann man die beiden Platinen herausnehmen.


Dabei muss man allerdings höllisch aufpassen, dass man z.B. dieses Flachbandkabel nicht beschädigt, sonst hat man innerhalb von Sekunden Elektronikschrott produziert.


Interessante Entdeckung: alle ICs sind mit Säurestift oder ähnlichem unkenntlich gemacht! Ich vermute sehr stark, dass man damit der Produktpiraterie entgegenwirken will. Wenn man die Chips nicht identifizieren kann, ist es wohl sehr viel schwerer so etwas nachzubauen.

Die Elektronik ist übrigens das Geheimnis dieser Multikopter. So eine Flugmaschine ist nicht fliegbar ohne Computer und Sensoren. Die Flugstabilität ist nahezu Null. Durch die Elektronik wird die Fluglage stabilisiert. Außerdem wird die Steuerung durch Regelung der Drehzahlen der einzelnen Motoren ermöglicht. Ein Mensch wäre nicht in der Lage die 4 Motoren von Hand so zu steuern, dass man länger in der Luft bleibt. Man teilt also der Elektronik nur mit, welche Fluglage eingenommen werden soll. Klingt jetzt vielleicht sehr einfach, aber ist es wirklich nicht! Gerade wenn man die automatische Korrektur der Fluglage ausschaltet, gleicht das dem Balancieren eines Besenstiels auf dem Finger. Man kann also so eine Flugmaschine schneller abstürzen lassen, als man piep sagen kann.


Hier sieht man einen Teil des Innenlebens des 200 QX. Es besteht aus dem sogenannten Flightcontroller (das kleine Board links) und dem ESC-Board, das den Strom für die Ansteuerung der Motoren aufbereitet. Was man hier nicht sieht ist der Akku. Die Akkus sind heute LiPos. Das steht für Lithium Polymer. Diese Akkutechnik ermöglicht wahrscheinlich erst die ganzen Elektroflugmodelle, weil sie sehr leicht und klein im Vergleich zur gespeicherten Energie sind. Mit einem vergleichbaren Bleiakku würde man so ein Flugmodell nicht in die Luft bekommen, weil das Verhältnis von Tragkraft, Gewicht und Leistung nicht stimmen würde. Und wenn, da nur kurze Zeit.


Hier nun alle Teile aus dem kaputten Gehäuse. Diesen Krempel galt es nun in den neuen Rahmen einzubauen.


Die Anleitung des Rakonheli Frames gleicht leider eher einem Beipackzettel und besteht nur aus 2 Seiten mit Explosionszeichnungen. Man muss also schon ein wenig Ahnung von Technik haben, um damit klar zu kommen.


Die Teile sind wie gesagt alle sehr klein. Das ist schon reichlich fummelig gewesen, das zusammen zu schrauben.


Die Motorgondel hat ungefähr den Durchmesser eine 2-Cent-Münze. Damit kriegt man eine ungefähre Vorstellung davon, wie klein oder groß dieser Quadrocopter ist. Die Motörchen wiegen geschätzte 15 Gramm pro Stück. Trotzdem sollte man die Leistung und die damit von den Motoren, bzw. den Propellern ausgehende Gefahr nicht unterschätzen! Man kann sich damit schon stark verletzten. Wenn man einmal den Sound und den Luftzug von so einem Teil gespürt hat, bekommt man schon Respekt davor. Ein wirklich großer Copter, der auch eine Spiegelreflexkamera trägt und mehrere Kilo wiegt ist also definitiv kein Spielzeug mehr und sollte nur von Leuten an sicheren Orten geflogen werden, die erfahren genug dafür sind. Eine spezielle Versicherung für ALLE Flugmodelle ist übrigens vorgeschrieben bei uns. Eine Gefahr bei Flugmodellen ist z.B. der unkontrollierte Flug. Fällt der Sender aus oder ist das Gerät ausser Reichweite oder sonst irgend ein Defekt tritt ein, kann es wegfliegen und wird dann irgendwo abstürzen. Man kann sich also auch auf eine Wiese mitten im Nirgendwo stellen...so ein Teil legt locker 1 km oder mehr zurück und könnte dann z.B. auf einer Autobahn niedergehen. Was dabei passieren kann, mag man sich nicht ausmalen.


Ich habe den Rahmen erst einmal probehalber zusammengebaut. Das Schildchen "Oben" ist übrigens nicht da, weil ich nicht wüsste wo bei dem Teil oben ist, sondern weil man die obere CFK-Platte auch anders herum anbringen kann. Das macht eigentlich kein Unterschied, aber ich wollte die schönere Seite der Bohrungen oben haben.


Ohne obere Platte sieht man die Halterung für die beiden Platinen, also Flightcontroller (kurz FC) und ESC-Board.


Die CFK-Rohre, an denen die Motoren befestigt werden, sind hohl. Das dient natürlich der Gewichtsersparnis, aber dient auch als Durchführung für die Kabel. Apropo Gewicht: es kommt gerade in dieser Modellgröße auf jedes Gramm an! Jedes Gramm, das man mitschleppen muss, verkürzt die Flugzeit und vermindert die Agilität. Daher werden teilweise sogar Kunststoffschrauben verwendet, nur um in der Summe vielleicht 5 Gramm einzusparen.


Auf dem Kopf liegend. Hier kann man das Landegestell sehen. Das sieht zwar stabil aus, aber ich habe so meine Zweifel. Die dünnen CFK-Plättchen der Landekufen dürften Kangaroo-Landungen auf hartem Untergrund nicht lange unbeschadet mitmachen. Ich überlege daher schon Kunststoffpuffer anzubringen.


Die Aussparung im Arm dient dazu die Steckverbindung zwischen ESC-Board und Motor einstecken zu können und außerdem kann man hier die LED herausführen, die bei diesem Copter an jedem Motorarm vorhanden ist. Die LEDs, 2 x rot vorne und 2 x grün hinten, dienen als Positionslichter und signalisieren außerdem durch Blinken eine schwache Akkuladung. Da ein Quadrocopter oder auch die meisten anderen Multicopter von allen Seiten mehr oder weniger gleich aussehen, ist es sehr schwer die Fluglage zu erkennen. Diese Lichter helfen dabei. Ohne diese Lichter würde man eventuell die Orientierung verlieren und statt nach vorne nach links fliegen...mit fatalen Folgen.


Der Akku. Dieser passt exakt in einer Aussparung in der Bodenplatte und wird einfach per Gummiband fixiert. Beim Originalrahmen gab es ein Innenfach mit Klappe. Das klingt erstmal besser, ist es aber nicht unbedingt. Es war sehr fummelig den Akku da hinein zu bekommen. Außerdem konnte man so keine größeren Akkus mit mehr Kapazität einsetzen. Dieser Akku hier ist schon ein wenig größer als die Original-Akkus.



Da es wie gesagt auf jedes Gramm ankommt, habe ich die Rahmen einmal gewogen. Laut Hersteller des Ersatzrahmens, sollte dieser sogar ein paar Gramm leichter sein. Das könnte ich erstmal nicht glauben, als ich den Ersatzrahmen in der Hand gehalten habe.


Aber wie man sieht, es stimmt! Obwohl der Rahmen viel stabilier aussieht und sicherlich auch ist, als der fragile Plastikrahmen, ist er leichter.


Das Flightcontrol-Board wird mit Gummipuffern befestigt. Das ist notwendig, weil auf diesem Board Beschleunigungs- und Orientierungssensoren (Gyroskope) untergebracht sind. Diese Sensoren sind empfindlich gegenüber Vibrationen, wie sie unweigerlich von den Motoren und Propellern erzeugt werden. Durch die weiche Lagerung werden diese Vibrationen gedämpft. Ansonsten könnte der empfindliche Regelkreis ins Straucheln kommen und der Flieger würde sich unkontrollierbar verhalten.


Die Halterung für die beiden Boards ist leider nicht so schön gemacht wie der Rest. Aber angesichts Gewicht und Stabilität wohl ok.


Das FC-Board wird auf den kleinen CFK-Rahmen in der Mitte montiert, der wiederum an der Kunststoffhalterung verschraubt ist.


Ein ganz klein wenig Lötarbeit gab es auch. Ich habe einen Stecker für die Steuerung einer optionalen Kamera ausgelötet, da ich diesen für die Mobius-Kamera nicht benötige. Das spart auch wieder ein paar Gramm, da man Stecker, Kabel und 2 Plastikbügel einspart.


Die FC ist bereits mit den Original-Gummipuffern am Rahmen befestigt. Das Flachbandkabel zwischen der FC und dem ESC ist in dieser Phase sehr gefährdet! Sollte es einreißen, hat man es verbockt, da so ein Kabel quasi nicht zu löten ist, jedenfalls nicht mal so eben. Man müsste also Ersatz beschaffen oder alles mit Einzellitzen verbinden...Prost Mahlzeit!


Nachdem beide Boards verschraubt waren, kamen die Motoren dran, die ich zuvor durchnummeriert hatte, ebenso wie die Steckverbindungen und Propeller. Die Kabel werden durch die CFK-Rohre gefädelt.

Die LEDs für die Erkennung der Fluglage hängen hier noch wild in der Gegend herum. Die habe ich erstmal mit Klebestreifen befestigt, womit ich auch gleichzeitig die Aussparung unten an den Armen zugemacht habe. So können die Motorkabel mit den Steckverbindungen nicht heraushängen.

Den ersten Probelauf habe ich ohne Propeller gemacht! Die Teile sind schon nicht ganz ungefährlich und können einen schon verletzen. Als das alles ganz gut aussah (Motoren liefen ruhig, man konnte Gas geben und Drehzahländerung wenn man gesteuert hat), habe ich die Propeller montiert. Die obere Abdeckplatte habe ich allerdings erstmal weggelassen. Zwar hat das Gerät damit nicht die volle Stabilität, aber für einen kurzen Schwebetest sollte das reichen. Aus dem Zusammenfrickeln von PCs weiß ich: macht man den Deckel schon drauf, läuft das Teil nicht! ;)

Heureka! Er fliegt!


Sieht man hier zwar nicht, aber knipsen und fliegen kann ich (noch) nicht.

Inzwischen habe ich das Teil noch mal halb zerlegt, weil mir 2 Dinge aufgefallen sind:

1) er dreht sich beim Start ganz leicht nach links
2) er fliegt nach vorne, statt gerade hochzusteigen

Das Problem:  eine Motorgondel war nicht korrekt ausgerichtet, daher die leichte Linksdrehung beim Start. Die CFK-Rohre haben neben der Klemmung über eine Schelle auch eine Sicherungsschraube, die ein unbeabsichtigtes Verdrehen verhinden soll. Beim linken vorderen Arm ist diese Bohrung aber nicht 100% an der richtigen Stelle. Damit ist der Arm dann leicht verdreht und der Motor bzw. der Propeller steht schief. Ich habe daraufhin einfach alle Arrettierungsschrauben weggelassen und alle Arme von Hand ausgerichtet. Eventuell muss man noch einen Tropfen Kleber verwenden, damit sich die nicht mehr verdrehen können. Allerdings werden die auch schon durch die Schelle sehr gut gehalten.

Das zweite Problem, das Vorwärtsfliegen, hat das aber nicht gelöst. Da muss ich wohl oder übel mit Trimmung arbeiten. Eventuell liegt das aber auch ein wenig am kleinen Arbeitszimmer. Das Teil erzeugt schon einen enormen Luftwirbeln und vielleicht sorgt der dafür....glaube ich aber nicht. Ach so, Trimmung heißt in diesem Fall einfach eine Voreinstellung an der Fernsteueranlage, so dass bei Null-Position des entsprechenden Sticks schon leicht nach hinten gelenkt wird. So eine Fernsteuerung sieht übrigens so aus:

Spektrum DX6 Fernsteuerung

Das ist eine extra gekaufte Fernsteuerung, die schon nicht verkehrt ist...im Vergleich zu den Teilen, die bei einfachen Modellen im Spielwarenhandel teilweise schon dabei sind. Mit den Steuerknüppeln werden Fluglage und Schub gesteuert oder genauer: Schub (Drehzahl = steigen oder sinken), Drehung (Gear), Nick und Roll. Sind also schon eine Menge an Dingen, die man gleichtzeitig im Griff haben muss, damit so ein Teil das tut was man will. Die Trimmung wird übrigens mit den Wippen neben den beiden Steuerknüppeln gemacht. Damit verstellt man fest die Nullposition und kann somit einer Drift des Modelles entgegen wirken.

Tja, nun gibt es noch ein paar Sachen zu tun. Die mit Tesa festgemachten LEDs gefallen mir nicht. Ich würde da gerne die Luke dicht machen und die LEDs in einen großen Diffusor stecken, damit man auch aus der Entfernung die Positionslichter erkennen kann. Sowas in der Art eines Tischtennisballes unter dem Arm, der dann in Gänze leuchtet, statt nur dieses "Taschenlampenlichtes", das man nur sehen kann wenn man halbwegs im richtigen Winkel auf die LED schaut.
Außerdem muss noch eine Lösung für die Actioncam gefunden werden. Beim Original-Blade habe ich die unten an das höhere Landegestellt mit Schaumstoff, Holz und Gummiband befestigt, was gleichzeitig leicht und vibrationsdämpfend ist. Bei diesem Rahmen ist der Gestell wohl nicht hoch genug, so dass die Propeller mit im Bild wären. Vielleicht kommt das Teil einfach oben auf einen Schaumstoffblock, so dass es hoch genug sitzt.
Man kann bei so einem Rahmen ja eine Menge machen, auch Akku oben geht, was ich schon getestet habe. Das Flugverhalten ändert sich dadurch nicht merklich, denn im Gegenteil zu einem Flugzeug, wo man sehr genau die Schwerpunkte austarieren muss, fliegt so ein Copter ohnehin nicht von alleine stabil. Soll bedeuten, nur die Computersteuerung und die Sensoren sorgen dafür, dass das Teil nicht nach 0,5 Sekunden auf dem Rücken liegt. Ein Elektronil- oder Motorausfall und so ein Teil stürzt sofort und nicht rettbar ab!

Sobald ich das Teil komplett fertig habe, werde ich hier weiter berichten. Und sofern das Wetter mal mitspielt, gibt es auch mehr (und bessere!) Luftaufnahmen von der Cam an Bord.

Danke und Grüße,
Gordon



Mittwoch, 7. Januar 2015

2014 - Jahresrückblick

Dieses Jahr möchte ich mal wieder einen Jahresrückblick zeigen. Dazu bin ich wieder den Katalog in Lightroom durchgegangen und habe mir die Bilder herausgesucht, die für mich interessent oder gut sind oder mit denen ich eine Geschichte verbinde.

Und ich kann euch sagen, das ist wirklich verdammt schwer! Aber wahrscheinlich kennt ihr das selber. Wenn man tausende von Fotos durchschaut, kann mich sich kaum entscheiden. Der Großteil der Bilder fällt zwar sofort raus, aber auch die "wenigen" die übrig bleiben, machen schon genug Probleme. Zwanzig gute Bilder von Motiv X...was nimmt man da? Leider war ich 2014 sehr faul was aussortieren und bewerten angeht. Guter Vorsatz für 2015: nach der Bearbeitung taggen und bewerten! Ach ja, und noch mehr wegwerfen!!!

2014 war technisch ein sehr spannendes Jahr. Viele neue "Spielzeuge" haben mich bei Laune gehalten. Ich werde bei den dazugehörigen Bildern ein wenig dazu erzählen. Ansonsten war das Jahr eher durchschnittlich was die Bilder angeht. Liegt vielleicht aber auch nur an meiner immer weiter steigenden Erwartungshaltung.

Die Bilder sind chronologisch sortiert. Also, auf geht's!


Urlaub über Silvester/Neujahr auf Fehmarn. War schweinekalt! Zum Glück kann man die D800 auch mit dicken Handschuhen noch ausreichend gut bedienen.



Mein Sohn mit seiner ersten Zahnlücke. Man sieht von hinten schon den neuen Zahn hochklappen...wie bei einem Haigebiss ;)



Mit diesem Detailbild einer recht großen Bahnhofsuhr hat es eine besondere Bewandnis. 2014 war das Jahr in dem ich mich ein wenig mit Astronomie beschäftigt habe. Ich habe mir ein kleines Spiegelteleskop gegönnt und wollte damit auch Fotoaufnahmen machen. Da die Erde sich ja bekanntlich dreht (ja, die Erde, nicht die Sterne ;) ) muss man bei Sternenfotografie aber eine automatische Nachführung verwenden, da man sonst nur Striche auf dem Foto hat. Dieses Uhrwerk habe ich billig bei Ih-Bäh geschossen und wollte mit den Zahnrädern so einen Nachführungsantrieb selber bauen. Stellte sich dann aber doch als komplizierter heraus und irgendwie fand ich das Uhrwerk dann auch zu schade zum Zerlegen.


Berlebach Holzstativ mit Mamiya Mittelformatkamera

Besonders gefreut hat mich das Berlebach-Stativ (siehe auch: http://gstoever.blogspot.de/2014/05/berlebach-report-332-erfahrungen-mit.html). Ideal für die alte Mamiya (http://gstoever.blogspot.de/2014/11/mamiya-rb-67-erste-versuche-mit-einer.html), aber auch gut für jede andere Kamera, wenn es wirklich absolut stabil sein muss.



Mit einem stabilien Stativ kann man problemlos Langzeitbelichtungen von beliebiger Länge machen. Auch bei Zeiten die man noch so gerade aus der Hand halten könnte, liefert es fast immer bessere Ergebnisse, aber nie schlechtere. Man muss es halt nur mitschleppen. Ich habe eine spezielle Tasche für das Rad, so dass es mir keine großen Probleme bereitet.




Auf meiner Testwiese: Ufo-Absturz?! Ich bin mir bis heute nicht wirklich klar darüber, was man hier sieht. Gemeint ist die Lichtspur links. Es müsste ein Flugzeug oder noch wahrscheinlicher ein Hubschrauber gewesen sein. Für ein Flugzeug erscheint mir die Kurve einfach zu steil, egal ob Start oder Landung. Komisch nur, dass ich nichts gehört habe und auch nichts gesehen. Wobei ich bei Langzeitaufnahmen wie dieser hier schon mal mit anderen Dingen beschäftigt bin.




Ich bin ja meistens zu ungeduldig für Tiere in freier Wildbahn. Aber manchmal tummeln sich Tiere ja gerade zu vor einem. Wobei hier die Entfernung schon sehr groß war. Ich hatte nur ein 200 mm-Objektiv und konnte trotz 36 Megapixeln nicht viel weiter ausschneiden als man hier sieht. Längere Brennweiten sind mir aber für Kleinbildformat zu groß/schwer und zu teuer...eventuell kommt noch mal das neue 300mm/4.0 VR. Mit der mFT-Kamera habe ich dagegen äquivalente 600 mm verfügbar...leider nicht in der Qualität des 70-200/2.8 wie hier.



Sumpfwiese bei Fischerhude

Das Berlebach-Stativ in seinem Element. Zwar ein Holzstativ mit Metallteilen, aber trotzdem so robust und unempfindlich, dass man es problemlos im Sumpf einen halben Tag stehen lassen kann. Hier war es schon richtig feucht. Der weichen Boden gibt schon bei geringem Gewicht nach und es läuft Wasser zusammen. Nach trocknen und reinigen war das Stativ aber immer noch wie neu, so dass ich keine Bedenken hatte es mehrmals für solche Aktionen zu verwenden.



Lampe in bremer Böttcherstraße
Viel Spaß hatte ich auch wieder mit meiner mFT-Knipse. Das System ist wirklich nicht verkehrt. Zwar fehlt es an einigen Ecken gegenüber dem Nikon-Kleinbildgeraffel, aber einige Vorteile hat es auch.



Hemmelinger Hafen - Bremen
Eine meiner Lieblingsstellen. Oder besser gesagt: eine der wenigen Stellen, die ich ohne Weiteres mit dem Rad erreichen kann und wo man abends und nachts noch was zum Fotografieren hat. Langzeitbelichtungen machen irgendwie Laune, weil die Bilder oft ganz anders aussehen und wirken, als das was man mit bloßem Auge gesehen hat.




Mein heimliches Lieblingsobjektiv war 2014 das Panasonic 100-300 für die mFT von Olympus. Bei 300 mm entspricht das einer Brennweite von 600 mm an der Nikon (Sensor bei mFT ist nur 1/4 so groß => halbe Kantenlänge => Brennweite * 2 bezogen auf Kleinbild). Mit "600 mm" kommt man schon recht nah an Sachen heran und das schaltet dann eine Reihe von neuen Motiven frei. Nicht nur Tiere, sondern auch Gebäudeteile, an die man nicht näher heran kann.



Polarstern - Versuch einer Startrail-Aufnahme

Da wie gesagt Astronomie ein Thema 2014 war, habe ich mich auch an sogenannten Startrail-Aufnahmen versucht. Das ist vom Prinzip her eine Langzeitbelichtung des Sternenhimmels, bei der keine Nachführung erfolgt. Dadurch wandern die Sterne dann scheinbar und es entstehen Striche statt einzelnen Lichtpunkten auf der Aufnahme. Richtet man die Kamera auf den Polarstern (Nordstern) aus, wandern alle Sterne um diesen Stern herum. Daher ist der Polarstern auch ein wichtiger Fixpunkt am Himmel für die Orientierung. Er liegt fast genau auf der Drehachse der Erde und steht damit scheinbar still, während alle Objekte um ihn mit zunehmenden Abstand sich schneller zu drehen scheinen. Kann man auf der Aufnahme leider nur erahnen, da ich eine zu geringe Belichtungszeit gewählt habe. Irgendwo habe ich noch eine bessere, nur finde ich die irgendwie nicht.




Irgendwie war 2014 das Jahr von Blitz und Donner. In keinem Jahr zuvor habe ich so viele Aufnahmen von Gewittern gemacht. Hier mal eine Aufnahme im Garten. Später folgen noch 2 aus einem Kurzurlaub.



Konzert im Haus am Walde - Feier zum Ersten Mai

Was dagegen kürzer gekommen ist als die Jahre zuvor, ist die Konzert und Event-Fotografie. Irgendwie habe ich eine Menge an Terminen verpasst...unfreiwillig!



Doppelter Regenbogen

Es muss ja nicht immer Blitz und Donner sein :) Diesen ungewöhnlichen Doppelregenbogen habe aus meinem Garten heraus aufgenommen. Er hielt ungewöhnlich lang und war für bremer Verhältnisse sehr stark ausgeprägt. Zumindest ist mir bis jetzt nur selten so ein schöner Regenbogen bei uns aufgefallen.




Diese Szene hier habe bei einem Spaziergang in Mainz vorgefunden. Als ich am Ufer entlanglief, sah ich zunächst nur Männer auf diesen Pfählen im Wasser stehen und dachte mir: "Was für Spinner! Soll das eine Mutprobe sein?!". Als dann das Boot kam, meinte ich schon, sie sollten nun gerettet werden. Erst als ich nah genug dran war, habe ich die Situation verstanden. Die Männer standen auf Teilen einer Schiffshebevorrichtung...keine Ahnung wie man das genau nennt. Das Boot ist dann ganz exakt darüber gefahren und wurde dann auf Schienen am Ufer an Land gefahren. War also kein Übermut, sondern nur die Arbeit einer Bootswerft.



Portrait meines Sohnes
Eines der letzten Aufnahmen mit meinem Nikkor 85/1.4. Ach ja...war schon eine schöne Linse. Nur irgendwie sind wir nicht wirklich Freunde für's Leben geworden, daher habe ich es verkauft. Aber es kommt sicherlich irgendwann wieder ein neues 85er...vielleicht eines von Sigma...Art und so?! ;)




Neben Langzeitbelichtungen habe ich auch viel mit HDRs gemacht. Seit ich die D800 mit ihrer grandiosen Dynamik und den brachialen Reserven im Schatten habe, verwende ich HDR aber kaum noch. Stattdessen belichte ich auf die hellen Stellen, wie z.B. den Himmel und hole die abgesoffenen Stellen nachher in Lightroom wieder. Das geht so gut mit der D800, dass ich gegenüber HDRs bei meinem Anwendungszweck keinen Nachteil mehr sehe. Eher nur den Vorteil, dass man nicht mehrere Aufnahmen machen und nachher mühseelig wieder zusammenklatschen muss.



Allerdings kann man mit HDRs auch ein wenig mehr Gas geben und bekommt dann diesen speziellen HDR-Touch...kann man mögen, muss man aber nicht.



Fischeye-Aufnahme mit mFT-System
Hier habe ich mal ein Fischeye (meine 8 mm) von einem Freund vor meine Olympus geschnallt. Schon ein witziger Effekt. Ich würde mir aber nie solch ein Objektiv kaufen, da es mir einfach viel zu speziell ist. Der Effekt nutzt sich schon nach wenigen Aufnahmen für mich so stark ab, dass man es danach auch gleich im Schrank beerdigen kann.



Ralle

Wie bereits erwähnt, hatte ich viel Spaß mit dem Panasonic 100-300. Hier eine Aufnahme bei 280 mm (entspr. ca. 560 mm bei Kleinbild). Zwar bin ich immer noch kein überzeugter Tierfotograf, aber wenn schon, dann bitte auch mit ausreichender Brennweite. Die 200 mm die ich aktuell bei Kleinbild zur Verfügung habe, reichen maximal für Aufnahmen im Zoo oder für Enten, die einen nah genug heranlassen.



Auch Seerosen lassen sich damit gut ablichten, ohne das man die Badehose anziehen muss.




Landschaften finde ich immer dann besonders spannend, wenn was ungewöhnliches mit Licht, Schatten oder Wolken passiert. Leider war 2014 nicht wirklich viel los in dieser Hinsicht. Oder ich war einfach nicht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.



Irgendwie kommt es mir auch so vor, als wenn ich zu weniger Radtouren gekommen bin, als die Jahre zuvor.



Eine Sache, die ich 2014 auch wieder oft verwendet habe: Offenblende bei Landschaftsaufnahmen. Oder exakter: sehr geringe Schärfentiefe bei Motiven, die traditionell eher mit sehr großer Schärfentiefe aufgenommen werden; man will oft alles vom ersten Grashalm bis zu den Bergen am Horizont scharf haben. Ich finde es aber auch reizvoll, wenn nur eine dünne Schicht im Bild scharf ist. Das verleiht dem Bild Räumlichkeit und erzeugt teilweise auch so einen Miniatur-Effekt.




Im Sommer habe ich eine sehr nette und lange Radtour quer durch Bremen an der Weser entlang gemacht. Nicht unbedingt das Motivfüllhorn, aber war eine nette Tour bei gutem Wetter.


"Will noch jemand ein Bier?"

Hier verdurstet keiner so schnell :) Leider doch, sind nämlich nur leere Bierkisten.



"Achtung!!!"

Man beachte die beiden weißen Objekte links! Wer sich immer schon mal gefragt hat, wie diese Tiere es schaffen einem das Auto so dermaßen vollzukacken, dass selbst die Waschstraße dabei versagt...hier sieht man die Antwort.



Lankenauer Höft

Der Endpunkt meiner Radtour quer durch Bremen war dieser Turm. Lankenauer Höft. Ist heute ein Biergarten und Restaurant. Der Turm dürfte mal zu Überwachung des Schiffs- oder Flugverkehrs gedient haben. Genau weiß ich es leider nicht.




Sonnenuntergänge sind vielleicht kitschig, aber ich mag sie einfach. Mir geht es dabei vor allem um die Lichtfarben, -Kontraste und Schatten. Hier mal ganz ohne Landschaft und ohne die Sonne direkt zu zeigen.




Als Kontrast dann dieses hier. War zu einer ganz anderen Zeit an einem anderen Ort.
Schwarzweiß finde ich immer noch interessant, auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich da großartig weitergekommen wäre. Letztendlich werden die meisten Aufnahmen erst im Nachhinein schwarzweiß. Nur bei wenigen habe ich SW schon vorher vor dem geistigen Auge.




Farbe ist aber meistens doch meine erste Wahl.




Die meisten Bilder habe ich 2014 mit der Nikon D800 gemacht. Aber auch überraschend viele mit der mFT-Kamera. Daran "Schuld" war auch der Kauf einer OM-D EM-10, die mir wirklich sehr gut gefällt. Von der verwendeten Kamera mal abgesehen, macht es mir immer noch sehr viel Spaß mit dem Rad in die naheliegende Landschaft zu fahren und dort gerade zu den spannenden Zeiten Aufnahmen zu machen.




Wie einige Jahre vorher auch schon, sind Langzeitbelichtungen vom Stativ am Abend oder in der Nacht immer noch ein Thema für mich. Gerade die Zeit zwischen Sonnenuntergang und wirklicher Dunkelheit...also alles rund um die Blaue Stunde, finde ich sehr interessant was die Lichtstimmung angeht.




Lichtstimmungen sind ohnehin mein Thema gewesen, wie ich im Rückblick feststelle. Blümchen waren und sind nicht mein Thema, aber wenn das Licht interessant oder schwierig erscheint, kann ich nicht widerstehen.



Gewitter auf Rügen
Was bei mir zuhause im Garten schon ganz nett aussah, ein Gewitter, kam auf Rügen mal so richtig brachial zur Geltung! Auf diesem Bild kann man erahnen was für eine pechschwarze Wand da angerollt kam. Man muss dazu wissen, dass es kurz vorher noch hell war und die Sonne gegen die Trübe Luft ankämpfte! Die Wolkenbewegung sah wirklich wie der Spezialeffekt eines B-Movies aus den 50zigern aus. Und dann ging es so richtig los...



Holla die Waldfee!!! So ein Gewitter habe ich selten erlebt. Das ging bestimmt 20 Minuten so und ich hatte überhaupt kein Problem dutzende Aufnahmen zu machen, auf denen fast immer gut die gewaltigen Blitze zu erkennen waren. Die Kullisse war leider nicht so toll, aber bei dem Unwetter habe ich mich nicht vor die Tür der FeWo getraut und habe mich auf der Terrasse verschanzt.




Das Pana 100-300 wieder im Einsatz.




Wie Eingangs bereits erwähnt, habe ich mir Ende 2013 einen alten Kindheitstraum erfüllt und ein kleines Spiegelteleskop gekauft (siehe auch http://gstoever.blogspot.de/2014/04/2500-mm-brennweite-wenn-man-durch-ein.html).
Die Aufnahme oben ist allerdings mit einem älteren Sigma 400 mm Objektiv für die Nikon gemacht. Für Fotoaufnahmen ist so ein Teleskop schon sehr schwer zu verwenden. Das liegt hauptsächlich an der Bewegung der Erde die ins Spiel kommt, wenn man Aufnahmen mit langer Belichtungszeit machen muss. Beim Mond ist man mit Blendenwerten deutlich über f=8.0 schon am Limit, bei Sternen oder Planeten wie Jupiter geht nichts mehr ohne eine aktive Nachführung.




Irgendwie ist jedes Jahr genau ein Colorkey dabei :) Eigentlich mag ich diese Art von verfremdeten Bildern nicht, aber irgendwie zuckte hier wieder meine Maushand.



Niedersachenstein, Worpswede, Deutschland
Ein Denkmal in Worpswede. Ist eine beliebte Sonntagsspaziergehtour.




Mit dem 100-300 kann man auch recht passabel Makros machen. Großer Vorteil: man muss nicht so nah heran, wie mit einem 100 mm Makro. Dadurch kann man sehr einfach sehr viele Aufnahmen von Insekten machen, die ansonsten die Flucht ergreifen würden. Man muss aber trotzdem aufpassen, dass der eigene Schatten nicht auf das Tier fällt, sonst fliehen diese meistens trotzdem.




Kleingartenidylle. Mir wäre sowas zu langeweilig, aber für viele ist das wohl der zentrale Freizeitinhalt. Manche "Lauben" sind herausgeputzt wie Paläste. Irgendwie stelle ich mir immer vor, dass die Leute dieser Häuschen ansonsten in einem Plattenbau im 9. Stock wohnen, keine Ahnung wieso.




Und nochmal der Mond. Irgendwie ist es für mich ein persönlicher Wettbewerb immer perfektere Aufnahmen vom Mond zu machen. Egal ob Kleinbild-Ofenrohr, mFT-Zoom oder Teleskop. Ich bin immer auf der Jagd nach der perfekten Schärfe und der maximalen Detailzeichnung. Das hier ist schon ganz gut, aber da geht bestimmt noch weit mehr... ;)



Biberratte
Au ja, dass war wirklich ein Glückstreffer. War wieder so ein Sonntagsspaziergang, wo ich der Familie hinterhergetrottet bin. Immer lang an einem kleinen Graben. Auf einmal habe ich den Kollegen hier aus dem Augenwinkel erspäht und hektisch ein paar Fotos gemacht. Aber der war so wenig von mir beeindruckt, dass ich dann noch ganz in Ruhe (wenn man die davontrabende Familie mal ausblendet) ein paar Aufnahmen machen konnte. Leider habe ich doch keine perfekten Bilder hinbekommen, weil die Sonne...ach lassen wir diese Ausreden, war nicht mein Tag! ;)



Libellen im Flug sind schwer zu fotografieren. Meistens trifft man mit dem AF nicht und muss dann die Kamera herunter nehmen, um überhaupt wieder eine Peilung zu haben. Hier ist es mal gelungen. Nicht wirklich gut, aber angesichts der verwendeten Kamera (mFT), die kein wirklich gutes AF-System für sowas hat, schon gar nicht verkehrt.



Wenn die Tiere sich dann mal gemütlich hinsetzen, kann man natürlich ganz andere Qualitäten erzielen. Gleiches Objektiv, nur halt in Ruhe und mit weniger Abstand. Hier sieht man im Original wirklich jedes Äderchen der Flügel und die Facetten der Augen kann man zählen.



Fischreiher

Diesen Fischreiher habe ich per Zufall auf einer Knipstour auf dem Osterholzer Friedhof entdeckt. Der ist dort Stammgast, aber so ruhig und lange habe ich ihn noch nie an einer Stelle sitzen sehen. Ich konnte mein Rad abstellen, mich an den Graben setzen, ruhig meine Knipse auspacken, Objektiv wechseln und dutzende von Aufnahmen machen. Dabei bin ich dann sogar noch mehrmals aufgestanden und vorsichtig näher an den Vogel gegangen. Bei ca. 10 Metern wurde es ihm dann aber zu bunt und er ist durchgestartet.



Maritime Woche Bremen

Ein eher komischer Vogel ist mir hier ins Netz gegangen. War auf der Maritimen Woche in Bremen. Ein echtes Amphibienfahrzeug.




Ein alter Revolver-Aufsteck-Sucher. Damit kann man verschiedene Brennweite wählen und dann halt durchschauen. Dient(e) für Kameras, bei denen man nicht nach dem Spiegelreflex- oder Sucherprinzip den Bildausschnitt wählen kann. Ideal um z.B. einfach mal verschiedene Brennweiten bei einem Motiv durchzuprobieren, ohne mehrmals die Festbrennweite wechseln zu müssen. Aufgenommen übrigens in einem Tabletop-Studio, welches ich in diesem Jahr selber entworfen und gebaut habe - auch so ein Projekt, das ich schon seit langer Zeit mal realisieren wollte und 2014 endlich in die Tat umgesetzt habe.





Das hier stammt aus meiner experimentelle Phase in 2014. Mehr dazu hier: http://gstoever.blogspot.de/2014/10/abstrakte-fotografie-erster-versuch-mit.html


War natürlich nur eine Spielerei aus Langeweile, aber die Ergebnisse fand ich dann doch recht interessant. Es muss nicht immer die perfekte Aufnahme sein, manchmal kann man auch einfach die Sau rauslassen und kriegt trotzdem interessante Fotos; finde ich zumindest.




Ah ja, wieder Tabletop. Wem das nichts sagt, das ist mehr oder weniger ein kleines Gestell, was man auf dem Tisch aufbauen kann und was ein Fotostudio mit Hohlkehle und/oder Hintergrund und Studiobeleuchtung in Klein darstellt. Ich habe mir da selber ein Gestell aus Holz gebastelt und 2. entfesselte Blitze verwendet, sowie diverse Lichtformer, darunter auch zwei "echte" Softboxen und diverse selbstgemachte Reflektoren und Co..




Keine Ahnung warum ich das gut finde...ist halt so. War eigentlich nur ein "Testbild" einer Telebrennweite. Aber a) mag ich Baumaschinen und b) besonderes Licht und Sichtbedingungen.



Galopprennen, Vahr/Bremen

Ach ja, im Jahr 2014 sind die Events wirklich viel zu kurz gekommen! Da gab es schon bessere Zeiten, wo ich von Lauf-, Renn-, Rad-, Motorsport und diversen anderen Events weit mehr auf die Platte bekommen habe.



Dieses Bild ist besonders für mich, weil es mit einem alten 400mm-Kleinbild-Sigma gemacht wurde. Diese billig geschossene Linse für meine Nikon ist wirklich gut. Zwar nur mit einem lärmenden und unpräzisen "Akkuschrauber"-AF ausgestattet, aber dafür wirklich rattenscharf. Bokeh...okay, nicht so toll, aber von der reinen Schärfe her wirklich klasse; wenn man trifft. 400 mm bei 5.6. Das ist nicht grandios, aber es passt noch in die normale Fototasche, da es ungefähr die Größe des Nikon 70-200/2.8 hat.



Fotomodell Lisa, VHS-Kurs
Ab und zu wird es mir zu langweilig alleine auf Fototour zu gehen und dann buche ich einen Kurs. Da 2014 alle Versuche einen halbwegs professionellen Kurs zu besuchen fehlgeschlagen sind (Kurse wurde immer "kurz vor 12" abgesagt!), habe ich mich frustriert an die Volkshochschule gewendet. War mal wieder ganz witzig. Hat nicht wirklich was gebracht, aber war kurzweilig.
Bevor jetzt wieder irgendwelche Hobby-Abmahnanwälte auf den Plan treten: ja, ich darf diese Bilder zeigen! Ich habe eine Model-Vertrag für die nicht-kommerzielle Nutzung dieser Aufnahmen.
Man sieht hier übrigens Aufnahmen aus dem noch nicht geöffnetem Bayerzelt auf dem bremer Freimarkt (großer Jahrmarkt). Diese Möglichkeit hat uns eine Teilnehmerin des Kurses eröffnet.



Es ging darum inzinierte Fotos zu machen. Dazu haben wir uns Geschichten und Szenen überlegt. Die ganze Geschichte zeige ich vielleicht noch mal in einem gesonderten Beitrag.



Nano QX - Mini Quadrocopter
2014 wird mir sicherlich als das Jahr in Erinnerung bleiben, an dem ich wohl einer neuen Sucht verfallen bin :) Modellflug. Meine Frau hat mir zu meinem G.-Tag einen einfachen Modellhubschrauber geschenkt. So ein Teil wollte ich als Kind schon immer haben. Nur damals waren das noch für Anfänger unlenkbare Spritmonster. Heute gibt es die Teile ja in streichholzschachtelgröße für's Wohnzimmer.
Auf den Geschmack gekommen, habe ich mir dann das Teil da oben geholt. Das ist ein handgroßer Quadrocopter. Diese Teile fliegen aufgrund einer ausgeklügelten Steuerungselektronik mit Lage- und Beschleunigungssensoren. Oft werden diese, und vor allem die größeren Vertreter, als Drohnen bezeichnet. Ist in meinen Augen falsch, da eine Drohne für mich selbstständig fliegt. Das Teil hier wird wie ein Modellflugzeug oder -Hubschrauber ganz normal mit einer Fernsteuerung geflogen und zwar mit allen Freiheitsgraden (Roll, Nick, Gear, Pitch). Macht irre Spaß das Teil, da es so klein und leicht ist, dass man es auch in einem kleinen Zimmer fliegen kann. Für Videoaufnahmen habe ich mir inzwischen aber schon eine Nummer größer gekauft, inkl. Minikamera ;)




Eines der wenigen Bilder, die ich mit dem neuen Nikkor 20/1.8 gemacht habe. Gute Linse, aber irgendwie lag sie mir dann doch nicht => gleich wieder verkauft. Ich finde bei 20 mm, also Superweitwinkel, braucht man f1.8 nicht und das 14-24 ist einfach flexibler und optisch nicht wirklich schlechter.



"Was zur Hölle?!"
Affen sind wirklich die spannende Tiere zum fotografieren. Man kann gar nicht anders, als menschliches Verhalten bei ihnen zu sehen. Das liegt für mich vor allem an den Gesichtern, die weit mehr Ausdrucksformen zeigen, als bei allen anderen Tieren.


Minischwein-Ferkel

Aber niedlich sind natürlich auch andere Tiere.


ISO 1600 mit D800 bei miesem Kunstlicht
2014 habe ich definitiv die Scheu vor hohen ISO-Werten verloren. Das liegt einmal daran, dass man mit der D800 ISO 6400 bis zu mittelgroßen Ausgabeformaten locker verwenden kann und auch an meiner Abkehr vom radikalen Pixelpeepen. Ein vernünftig in Lightroom bearbeitetes High-ISO-Bild kann ich für meinen Geschmack locker in kleiner Postergröße ausdrucken lassen, ohne das mich das Rauschen stört. Eventuell liegt es aber auch nur an meinen schlechter werdenden Augen ;)



Tabletop - Tomaten auf schwarzer Acrylplatte, 2 Blitze mit Softbox

Mein selbstgebasteltes Tabletop-Studio war sicherlich auch ein Highlight in 2014. Es gibt schon mit 2 normalen Aufsteckblitzen und ein paar Lichtformern, wie Softboxen, Reflektoren und Farbfiltern eine unendliche Vielzahl an Möglichkeiten der Ausleuchtung. Bei dem Bild oben habe ich zusätzlich noch einen speziellen Untergrund verwendet, eine spiegelnde schwarze Acrylplatte.
Für ein Selbstbauprojekt, dass nur ein paar Euro und mich gerade mal einen Tag an Arbeit gekostet hat, bin ich schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Natürlich habe ich einige Teile, wie die Softboxen und diverser Befestigungsteile fertig gekauft, aber Reflektoren, Snoot und Co. sind gebastelt. Ich denke, ich werde das noch mal in epischer Breite in einem Thread breittreten ;)




Mein kümmerlicher Versuch eines Stilllebens. Na ja, ist noch Luft nach oben würde ich sagen.



Steuerknüppel einer Funkfernsteuerung für RC-Modelle
Dieses Teil wird mich sicherlich auch 2015 noch begleiten. Da ich es mit meinen Hobbys immer sehr genau nehme, habe ich mir für meine Fernsteuermodelle NATÜRLICH auch gleich eine amtliche "Funke" gegönnt. Man sieht oben den rechten Steuerknüppel, mit dem bei einem Quadrocopter wie oben Nick und Gear gesteuert werden. Oder einfacher: damit kippt man den Flieger oder besser Schweber nach Links und Rechts und nach Vorne und Hinten. Drehen und Schub steuert man mit dem linken Stick. Ist ohne computergesteuerte Hilfen verdammt schwer und nichts was man an einem Nachmittag erlernen kann.


Fazit:

2014 war aus meiner Sicht fotografisch nicht so wirklich ergiebig. Es gab nicht so viele Möglichkeiten und Motive für mich, wie ich es mir gewünscht hätte und die Jahre davor kamen mir besser vor. Was meine Entwicklung angeht würde ich sagen: hat sich nicht viel getan. Sicherlich habe ich die Technik noch ein wenig mehr im Griff als vorher schon, aber künstlerlisch ist mir nicht unbedingt ein neues Licht aufgegangen. Ist aber auch immer schwer sich da selber einzuschätzen. Es kann aber auch sein, dass meine Erwartungshaltung da inzwischen einfach zu hoch ist. Mir kommt es aber so vor, als wenn ich nur die Sachen abgespult habe, die ich schon das Jahr zuvor in meinem Fundus hatte. Einzige Ausnahme ist vielleicht eine neue Technik bezüglich Autofokus und Auslösen: http://gstoever.blogspot.de/2014/11/autofokus-technik-af-hold-und-af-on.html. Das ist aber wirklich nur ein technischer Aspekt, der nur sehr indirekt die Kreativität beeinflusst.

Kommen wir zu den Guten Vorsätzen für 2015. Tja, eigentlich habe ich keine. Ich will auf jeden Fall wieder mehr Events fotografieren und natürlich meine Radtouren machen. Auch die Sache mit den Flugmodellen will ich weiter verfolgen und dort im Speziellen die Möglichkeiten von Fotos und Videos ausloten. Den ersten Versuchsballon dafür habe ich schon in den Startlöchern und zwar in Form eines kleinen Quadrocopters (nicht der oben gezeigte) an dem ich eine Minikamera befestigt habe. Damit kann man zumindest Videos ganz brauchbar machen. Für Fotos ist die Kamera jedoch zu schlecht. Sollte mich das aber wie erwartet reizen, werde ich in einen großen Copter investieren, der dann auch eine gute Fotokamera tragen kann. Allerdings ist es bis dahin wohl noch ein etwas längerer Weg, denn so ein Teil will auch sicher geflogen werden.
Ansonsten nehme ich mir (wahrscheinlich aussichtslos) vor, keinen neuen Kamerakram zu kaufen; von der Quadrocoptergeschichte mal abgesehen. Aber ich fürchte 2015 kommen wieder Objektive und Co., bei denen ich einfach nicht "nein" sagen kann ;) Man wird sehen.

Ich wünsche allen ein erfolgreiches 2015!